Kappadokien, das über Jahrmillionen von vulkanischem Gestein geformt wurde, gehört zu den faszinierendsten Reisezielen der Türkei. Diese Landschaft, die sich über die Provinzen Nevşehir, Aksaray, Niğde, Kayseri und Kırşehir erstreckt, steht mit ihren Feenkaminen, unterirdischen Städten und in den Fels geschlagenen Kirchen auf der UNESCO-Welterbeliste. Jedes Jahr kommen Millionen Reisende, um Zeit in dieser mystischen Region zu verbringen.
Die Liste der Sehenswürdigkeiten in Kappadokien lässt sich beliebig verlängern, denn die Region ist reich an lohnenden Orten. Ballonfahrten am frühen Morgen, Wanderrouten durch die Täler und historische Bauten bieten ganz unterschiedliche Erfahrungen. Neben den Fresken im Freilichtmuseum Göreme lässt sich auf den Treppen, die in die Tiefe von Derinkuyu führen, die Stimme der Geschichte hören. Orte wie Ürgüp, Avanos und Uçhisar fallen mit einer Atmosphäre auf, die modernes Leben und Vergangenheit verbindet.
Sehenswürdigkeiten in Avanos
Avanos ist ein zu Nevşehir gehörender Landkreis im Norden Kappadokiens. Das reizvolle Städtchen, durch dessen Mitte der Kızılırmak fließt, ist für seine jahrtausendealte Töpfertradition bekannt. Die Siedlung, die bei den Assyrern Venassa, bei den Hethitern Zu-Vinessa und bei den Byzantinern Vanote hieß, erhielt ihren Namen von dem seldschukischen Feldherrn Evranos Bey und nahm in osmanischer Zeit ihre heutige Gestalt an.
Was Avanos besonders macht, ist vor allem, dass der Kızılırmak — der längste Fluss Anatoliens — mitten hindurchfließt. Dank des roten Tons, den der Fluss heranträgt, wurde die Region für ihre Töpferei bekannt. An jeder Ecke des Städtchens finden sich Werkstätten; hier formen Meisterinnen und Meister seit Jahrhunderten mit denselben Techniken Töpfe und Schalen. Viele Werkstätten öffnen ihre Türen für Gäste und bieten sogar an, sich selbst an die Töpferscheibe zu setzen.
Die alten Häuser von Avanos am Ufer des Kızılırmak fallen mit ihrem Steingefüge auf. Beim Gang durch die engen Gassen spürt man, wie die Zeit langsamer wird. Am Flussufer laden Cafés und Restaurants zum Verweilen ein; am Abend wird dieser Ort zum Treffpunkt der Einheimischen. Die Güzelöz-Kirche gehört zu den Bauten, die das historische Gefüge des Städtchens widerspiegeln. Rund um Avanos gibt es außerdem einige unterirdische Städte; weil sie weniger überlaufen sind als die großen, bieten sie eine ruhigere Erkundung.
Das Devrent-Tal

Das Devrent-Tal ist auch als Tal der Fantasie bekannt, und diesen Namen trägt es nicht ohne Grund. Die Feenkamine haben hier so ungewöhnliche Formen angenommen, dass man in jeder von ihnen ein anderes Tier oder einen anderen Gegenstand erkennen kann. Am bekanntesten ist der Fels in Kamelform; er taucht in Werbefilmen und Serien über Kappadokien immer wieder auf. Weil er so berühmt ist, wurde er zum Schutz eingezäunt. Aus der Ferne lässt er sich dennoch gut fotografieren.
Auch die anderen Täler Kappadokiens haben ihre eigene Schönheit, doch das Devrent-Tal unterscheidet sich dadurch, dass die Felsen die Fantasie anregen. Die einen sehen ein Kamel, die anderen eine Schildkröte, wieder andere einen Fisch. Beim Rundgang kommt man kaum umhin, sich gegenseitig zu sagen: „Das sieht aus wie …" Kinder haben hier besonders viel Freude, denn das Tal wirkt wie ein natürlicher Skulpturengarten.
In Devrent trifft man außerdem auf echte Kamele, die von Dorfbewohnern hergebracht werden. Gegen Gebühr können Sie sich für ein Erinnerungsfoto auf ein Kamel setzen. Wer nicht reiten möchte, kann daneben stehen und ein paar Aufnahmen machen. Der Zugang zum Tal ist kostenlos, und da es meist nicht überfüllt ist, lässt es sich in Ruhe erkunden.
Von Avanos ins Devrent-Tal fährt man 10 bis 15 Minuten; da es keinen öffentlichen Nahverkehr gibt, braucht man ein eigenes Fahrzeug oder ein Taxi. Bei organisierten Touren durch Kappadokien ist das Tal ohnehin Teil des Programms. Wer auf eigene Faust unterwegs ist, hält am besten auf der Fahrt von Göreme oder Ürgüp aus an. Das Tal ist nicht groß und in einer halben Stunde erkundet; wie viel Zeit Sie für Aussicht und Fotos einplanen, bleibt Ihnen überlassen. Gegen Sonnenuntergang verleiht das Lichtspiel den Felsen eine ganz eigene Stimmung.
Das Haarmuseum

Das Haarmuseum wurde von Guinness in die Liste der ungewöhnlichsten Museen der Welt aufgenommen — aus gutem Grund. Es befindet sich im Töpferbasar von Avanos, in einer Ecke der Töpferwerkstatt von Chez Galip. Wenn Sie eintreten, empfangen Sie mehr als 16.000 Haarsträhnen, die Decke und Wände bedecken. Zunächst wirkt das befremdlich, doch wer die Geschichte kennt, sieht es mit anderen Augen.
Die Entstehungsgeschichte des Museums ist ausgesprochen romantisch. Als die französische Freundin von Galip Bey in ihr Land zurückkehrte, schnitt sie zur Erinnerung eine Strähne ihres Haars ab und hängte sie an die Wand der Werkstatt. Mit der Zeit taten es ihr die Besucherinnen nach. Über die Jahre wurde die Werkstatt zu einem regelrechten Haararchiv. Bis heute hinterlassen Menschen dort eine Strähne; manche als Andenken, andere, um an der Verlosung teilzunehmen.
Ja, im Museum wird zweimal im Jahr verlost. Wer teilnehmen möchte, hängt zusammen mit der Haarsträhne einen Zettel mit den eigenen Kontaktdaten auf. Die Glücklichen werden erneut nach Kappadokien eingeladen, und die Kosten für einen einwöchigen Urlaub werden übernommen. Kein schlechtes Angebot.
Fotografieren ist im Museum allerdings verboten. Der Grund dafür ist ein trauriger: In der Vergangenheit nahmen einzelne Personen unter dem Vorwand des Fotografierens die Kontaktdaten von den Wänden auf und belästigten damit Menschen. Nach Beschwerden wurde Galip Bey verklagt, und in der Folge kam das Fotografierverbot. Die Privatsphäre aller ist wichtig.
Das Museum ist täglich von 08:00 bis 19:30 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei; da es unmittelbar mit der Töpferwerkstatt verbunden ist, schaut man beim Rundgang ohnehin hinein. Wenn Sie in Avanos sind, lohnt es sich, ein paar Minuten für diesen ungewöhnlichen Ort einzuplanen. Vielleicht lassen Sie eine Strähne da und versuchen Ihr Glück bei der Verlosung.
Das Freilichtmuseum Zelve

Das Freilichtmuseum Zelve gehört zu den eindrucksvollsten Orten Kappadokiens. Es besticht nicht nur durch seine Naturschönheit, sondern auch durch sein historisches und kulturelles Erbe. In dieser Gegend lebten über Jahrhunderte zwei Gemeinschaften unterschiedlichen Glaubens zusammen, und Kirchen und Moscheen wurden nebeneinander errichtet. Musliminnen, Muslime, Christinnen und Christen bauten im selben Tal zur selben Zeit ihre Gotteshäuser und begegneten einander mit Respekt. Diesen Geist der Toleranz zu sehen, gehört zu den eindrücklichsten Seiten eines Besuchs in Zelve.
Die Ruinen von Zelve zählen zu den Gegenden mit der dichtesten und ästhetischsten Ansammlung von Feenkaminen. Die in den Fels geschlagenen Wohnungen, Kirchen, Tunnel und Durchgänge wirken wie ein Labyrinth. Manche Bauten sind gut erhalten, an anderen hat die Zeit ihre Spuren hinterlassen. Beim Gehen fühlt man sich, als bewege man sich durch die Geschichte. Auf der Erkundung müssen Sie durch enge Durchgänge und über treppenartig in den Fels gehauene Stufen; bequeme Schuhe sind deshalb Pflicht.
Wer gern wandert, findet in Zelve eine großartige Route. Im Tal gibt es Pfade, auf denen Sie sich so lange bewegen können, wie Sie möchten. Wer nicht laufen möchte, kann an den Safari-Touren in der Gegend teilnehmen. Mit ATV oder Jeep lässt sich das Tal aus anderen Blickwinkeln erleben.
Ein wichtiger Hinweis: Zelve und das Paşabağı-Tal werden mit demselben Ticket besucht. Sie kaufen also ein Ticket und können beide Orte sehen. Auch die Museumskarte gilt; wenn Sie eine haben, können Sie sie nutzen. Am Morgen ist das Museum in der Regel weniger voll; früh zu kommen bedeutet einen entspannteren Rundgang und angenehmeres Licht zum Fotografieren. Zelve sollte auf Ihrer Reise durch Kappadokien unbedingt ein Halt sein. Sowohl Geschichtsinteressierte als auch Naturliebhaberinnen und -liebhaber gehen von hier zufrieden fort.
Unterirdisches Keramikmuseum — Güray Müze

Güray Müze ist das erste und einzige unterirdische Keramikmuseum der Welt. Es zeigt die Keramik- und Töpfertradition von Avanos in moderner Interpretation. Das Museum wurde in einer in den Fels geschlagenen Anlage eingerichtet; beim Rundgang sehen Sie also das historische Gefüge und die Kunstwerke zugleich. Die natürliche Architektur Kappadokiens wurde hier mit einem Museumskonzept verbunden, und daraus ist ein wirklich eindrucksvoller Ort entstanden.
Im Museum werden Arbeiten von Keramikkünstlerinnen und -künstlern aus der Türkei gezeigt, die international bekannt sind. Das Spektrum reicht von klassischen Töpferwaren bis zu zeitgenössischen Keramikskulpturen. Auch kleinere archäologische Funde aus der Region gehören zur Sammlung. Anhand von Keramik- und Tonscherben aus römischer, byzantinischer, seldschukischer und osmanischer Zeit erfahren Sie einiges über die Keramikgeschichte Anatoliens.
Zu den spannendsten Seiten von Güray Müze gehören die aktiven Werkstätten. Im Museum gibt es Arbeitsbereiche für Kunstschaffende, denen Sie beim Arbeiten zusehen können. Sie sehen, wie sich der Ton auf der Scheibe in eine Schale, einen Teller oder eine Vase verwandelt. In manchen Werkstätten wird auch eine interaktive Erfahrung angeboten; Sie können selbst mit dem Ton arbeiten und ein kleines eigenes Stück formen.
Auch wenn das Museum modern gestaltet ist, hat es den Geist Kappadokiens nicht verloren. Die kühle Luft der unterirdischen Räume, die Stille und die natürliche Beleuchtung lassen die Werke noch stärker wirken. Wenn Sie nach Avanos kommen, lohnt es sich, nicht nur die traditionellen Töpferwerkstätten, sondern auch Güray Müze zu sehen. Für Kunstinteressierte ebenso wie für Geschichtsbegeisterte ist es ein idealer Halt. Das Museum ist meist nicht überlaufen, sodass Sie es in Ruhe erkunden können.
Sehenswürdigkeiten in Çavuşin
Die Alte Moschee von Çavuşin

Çavuşin ist eine kleine Siedlung zwischen Göreme und Avanos. Weil sie nur zwei Kilometer von Göreme entfernt liegt, machen die meisten, die vorbeikommen, hier ebenfalls Halt. Çavuşin gilt als eine der ältesten Siedlungen Kappadokiens und fällt mit seinem historischen Gefüge auf. Die Alte Moschee im Ortskern gehört zu den wichtigen Teilen dieser historischen Atmosphäre.
Die Alte Moschee von Çavuşin trägt die architektonischen Merkmale der Seldschukenzeit. Ihr Minarett ist im typisch seldschukischen Stil errichtet, und sie dient dem Dorf bis heute als Gotteshaus. Nachdem 1958 ein großer Erdrutsch die Räumung des Dorfes erzwungen hatte, stand die Moschee eine Zeit lang leer. Damals wurde sie zusammen mit vielen Häusern und Bauten unbenutzbar. Nach Jahren ohne Pflege wurde sie 2011 umfassend restauriert und wieder für Gottesdienste geöffnet.
Bei der Restaurierung wurde versucht, die ursprüngliche Architektur zu erhalten. Steinmetzarbeit und die Details des Minaretts zeigen seldschukisches Handwerk. Der Innenraum ist schlicht, verbreitet aber eine friedliche Stimmung. Die Dorfbewohnerinnen und Dorfbewohner kommen regelmäßig hierher; das zeigt, dass der Bau nicht nur ein touristischer Ort ist. Rund um die Moschee liegen die Ruinen des alten Çavuşin; in den Fels geschlagene Häuser und Bauten sind noch erkennbar. Die Gegend eignet sich auch gut zum Fotografieren, denn historisches Gefüge und Naturlandschaft treffen hier aufeinander.
Bei einem Rundgang durch Çavuşin kommen Sie zwangsläufig an der Moschee vorbei. Wenn die Tür offen steht, können Sie hineingehen und sich ein paar Minuten umsehen; zu den Gebetszeiten sollten Sie jedoch Rücksicht nehmen. Weil der Ort klein ist, lässt er sich bequem zu Fuß erkunden. Auf dem Weg von Göreme nach Avanos lohnt sich ein Halt in diesem kleinen Dorf.
Mönchstal (Paşabağı)

Paşabağı, auch Mönchstal genannt, gehört zu den Orten mit den ungewöhnlichsten Feenkaminen Kappadokiens. In byzantinischer Zeit lebten hier Mönche zurückgezogen als Einsiedler. Das Tal ist vor allem für seine pilzförmigen Feenkamine bekannt; in manchen dieser Felsen sind bis heute Spuren des Lebens zu sehen. Kapellen, kleine Kammern und Durchgänge zeigen, wie die Menschen jener Zeit gelebt haben.
Einer der wichtigsten Bauten im Tal ist die Kapelle, die dem heiligen Simeon gewidmet ist. Simeon war ein Einsiedler, der im 5. Jahrhundert in der Nähe von Aleppo lebte. Als man ihm Wunder zuschrieb, strömten die Menschen zu ihm. Um diesem Andrang zu entgehen, stieg er auf eine Säule und lebte dort weiter. Nur um die ihm gebrachten Speisen und Getränke entgegenzunehmen, kam er herunter. Die Kapelle in Paşabağı wurde zur Erinnerung an diesen Mönch mit seiner ungewöhnlichen Lebensweise errichtet.
Im ganzen Tal begegnen Ihnen in Feenkamine geschlagene Kirchen und Kapellen. In manche muss man hinaufklettern, andere sind direkt zugänglich. Im Inneren finden sich Freskenreste und Spuren der Wohnbereiche. Bis zum Bevölkerungsaustausch lebte in dieser Gegend auch eine griechische Gemeinschaft; deshalb sind die Spuren christlicher Kultur im Tal deutlich sichtbar.
Beim Rundgang durch Paşabağı fällt außerdem die Form der Feenkamine auf. Diese Gebilde, die an zwei- oder dreiköpfige Pilze erinnern, sind wirklich beeindruckend. Je nach Sonnenstand nehmen die Felsen andere Farbtöne an, was hervorragende Bedingungen zum Fotografieren schafft.
Ein wichtiger Hinweis: Paşabağı und das Freilichtmuseum Zelve werden mit demselben Ticket besucht. Wenn Sie beide Orte sehen möchten, heben Sie das Ticket auf. Paşabağı liegt sehr nah bei Çavuşin und lässt sich auch zu Fuß erreichen. Das Tal ist nicht groß, aber es lohnt sich, Zeit darin zu verbringen. Am frühen Morgen oder gegen Abend entgehen Sie dem Andrang und erwischen zugleich schöneres Licht.
Das Güllüdere-Tal (Rosental)

Das Güllüdere-Tal ist eine der schönsten Routen für alle, die in Kappadokien wandern möchten. Das Tal zwischen dem Dorf Çavuşin und Göreme ist voller in den Fels geschlagener Einsiedeleien und Kirchen. Neben dem historischen Gefüge fällt es auch durch seine Naturschönheit auf. Im Tal verläuft eine etwa 4 Kilometer lange Wanderroute, für die man im Schnitt eine Stunde braucht. Das Tempo bestimmen Sie selbst; wer Fotopausen macht oder die Bauten besichtigt, ist länger unterwegs.
Das Güllüdere-Tal gliedert sich eigentlich in vier Hauptabschnitte: Güllüdere 1, Güllüdere 2, Kızılçukur und das Meskendir-Tal. Jeder hat seine eigenen Besonderheiten. Wenn Sie von Çavuşin aus starten, gehen Sie in dieser Reihenfolge; von Göreme aus verläuft die Route umgekehrt. Wo Sie auch beginnen — die Aussicht ist großartig.
Besonders beliebt ist der Abschnitt des Meskendir-Tals. Hier sind die in den Fels geschlagenen Bauten dichter und besser erhalten. Zwischen alten Kirchenruinen, Tunneln und Durchgängen entdecken Sie beim Erkunden ständig Neues. In manche Kirchen kann man hineingehen, andere sind im Lauf der Zeit verfallen. Doch selbst von außen wirken sie eindrucksvoll.
Beim Gang durch das Tal fällt der Farbwechsel der umliegenden Felsen auf. Besonders gegen Sonnenuntergang nehmen sie rosa und orange Töne an; das erklärt, woher der Name „Rosental" kommt. Auch die frühen Morgenstunden sind schön, doch der Sonnenuntergang ist hier wirklich bezaubernd.
Für die Wanderung sind bequeme Schuhe Pflicht, denn der Untergrund ist stellenweise steinig und uneben. Wasser und ein kleiner Snack gehören ebenfalls ins Gepäck. Im Tal gibt es schattige Stellen, im Sommer kann es aber heiß werden. Lassen Sie sich bei der Erkundung Zeit; hinter jeder Ecke wartet eine neue Überraschung. Weil Natur und Geschichte hier zusammenkommen, gehen sowohl Wanderfreunde als auch Kulturinteressierte zufrieden fort.
Das Kızılçukur-Tal

Das Kızılçukur-Tal ist einer der beliebtesten Orte, um in Kappadokien den Sonnenuntergang zu erleben. Der rötliche Ton, den die Felsen beim Sonnenuntergang annehmen, hat dem Tal seinen Namen gegeben. Am Abend kann es hier recht voll werden, denn Reisende aus dem In- und Ausland möchten den Sonnenuntergang nicht verpassen. Die Aussicht wird dem Ruf gerecht; zum Fotografieren ist der Ort ideal.
Die Kirchen in Kızılçukur gehören zu den ältesten religiösen Bauten der Region. Diese in den Fels geschlagenen Kirchen tragen Fresken und architektonische Details aus byzantinischer Zeit. In manche kann man hineingehen, andere sind aus Sicherheitsgründen geschlossen. Doch schon von außen spürt man die Tiefe der Geschichte.
Wenn Sie mit einer Jeep- oder ATV-Safari kommen, müssen Sie für den Zugang zum Tal nichts extra zahlen. Achtung: Mit diesen Fahrzeugen kommen Sie nur bis zur Aussichtsterrasse. In das Tal hinein darf man weder mit ATV noch mit Jeep, Motorrad oder Pferd. Der Abstieg ist nur zu Fuß oder mit dem Fahrrad möglich. Weil die Pfade stellenweise eng und steinig sind, kann das Radfahren riskant sein; ohne Erfahrung wandern Sie besser.
Wer nicht allein gehen möchte, kann geführte Touren nutzen. Die Guides zeigen den Weg und erzählen zugleich von der Geschichte der Gegend. Statt großer Gruppentouren sind kleine Gruppen oder private Touren angenehmer.
Es ist wichtig, vor dem Sonnenuntergang in Kızılçukur zu sein, denn einen guten Platz zu finden, kann schwierig werden. Seien Sie mindestens eine halbe Stunde vorher auf der Aussichtsterrasse. Während die Sonne untergeht, verändert sich die Farbe der Felsen von Minute zu Minute; diesem Übergang zuzusehen, ist ein bezauberndes Erlebnis. Nehmen Sie Wasser und eine leichte Jacke mit; abends wird es kühl. Kızılçukur allein lohnt schon eine Reise nach Kappadokien.
Die Kirche von Çavuşin

Die Kirche von Çavuşin gilt als eines der wichtigsten religiösen Bauwerke der Region. Mit ihrem einschiffigen Grundriss und drei Apsiden birgt sie einige der besten Beispiele frühchristlicher Kunst. Besonders wertvoll ist sie wegen ihrer Ikonenmalerei; Fachleute halten die Fresken hier für die hochwertigsten Ikonen der frühen christlichen Zeit. Farben und Details sind auch nach Jahrhunderten noch eindrucksvoll.
Der Narthex der Kirche ist leider eingestürzt. Verwitterung des Gesteins und Umwelteinflüsse haben Teile des Baus im Lauf der Zeit beschädigt. Der Hauptraum und die Apsiden sind jedoch erhalten. Die Fresken im Inneren spiegeln den Glauben und das Kunstverständnis ihrer Zeit. Heiligenfiguren, Szenen aus der Bibel und Ornamente sind an den Wänden noch zu erkennen.
Der Weg zur Kirche ist etwas beschwerlich. Man muss über in den Fels geschlagene Treppen und Durchgänge hinaufsteigen, was für ältere Menschen und Kinder riskant sein kann. Der Untergrund kann rutschig sein; beim Aufstieg ist Vorsicht geboten. Feste Schuhe und ein langsames Vorgehen sind ratsam. Wer Gleichgewichtsprobleme hat oder unter Höhenangst leidet, sollte den Aufstieg lieber nicht versuchen.
Ein wichtiger Hinweis: Seit Oktober 2021 ist die Kirche für Besuche geschlossen. Der Grund kann in Sicherheitsbedenken oder Restaurierungsarbeiten liegen. Prüfen Sie den aktuellen Stand, bevor Sie hinfahren. Auch wenn sie geöffnet ist, kann Eintritt fällig werden; auch das lässt sich vorab klären. Selbst bei geschlossener Kirche lohnen das Dorf Çavuşin und die übrigen Bauten in der Umgebung einen Besuch.
Die Johannes-der-Täufer-Kirche

Die Johannes-der-Täufer-Kirche ist in der Gegend von Çavuşin das einzige Bauwerk, das eindeutig als Kirche zu erkennen ist. Von außen fällt der in den Fels geschlagene Eingang sofort auf. Dahinter liegt eine dreischiffige Basilika, die Johannes dem Täufer gewidmet ist. Dieser Bau trägt die typischen Merkmale frühchristlicher Architektur und war eines der wichtigen religiösen Zentren seiner Zeit.
Die Fresken im Inneren der Basilika sind leider in schlechtem Zustand. Feuchtigkeit, Witterung und menschliche Eingriffe haben ihnen über die Jahrhunderte schwer zugesetzt. Auch die Vorderfront ist durch Erosion eingestürzt; den ursprünglichen Zustand des Baus kann man deshalb nicht mehr vollständig sehen. Die erhaltenen Teile geben dennoch einen Eindruck davon, wie prächtig die Kirche einst war.
In byzantinischer Zeit wurden in der Johannes-der-Täufer-Kirche Reliquien des heiligen Hieron aufbewahrt. Das zeigt, dass die Kirche nicht nur lokal, sondern auch überregional ein bedeutender Wallfahrtsort war. Damals legten Pilgerinnen und Pilger weite Wege zurück, um die Reliquien zu besuchen und zu beten.
Beim Besuch ist eines zu beachten: Fotografieren mit Blitz ist verboten. Blitzlicht schadet den verbliebenen Fresken und Malereien; deshalb gilt diese Schutzregel. Ohne Blitz dürfen Sie fotografieren, doch weil es im Inneren dunkel sein kann, werden die Aufnahmen womöglich nicht scharf. Mit ihrem historischen Gefüge und ihrer religiösen Bedeutung gehört die Kirche zu den wichtigen Stationen von Çavuşin. Auf dem Weg zwischen Göreme und Paşabağı hier vorbeizuschauen, heißt, der reichen christlichen Vergangenheit der Region zu begegnen.
Sehenswürdigkeiten in Göreme
Göreme ist ein Ort im Zentralkreis von Nevşehir. Es hat nicht den Status eines Landkreises wie Ürgüp oder Avanos, gilt aber als Herz des kappadokischen Erlebnisses. Vom 4. bis zum 13. Jahrhundert nach Christus war hier das Klosterleben besonders lebendig. In jenen Jahren schufen Mönche, die sich in die Region zurückzogen, Klosteranlagen im Inneren der Felsen. Jede Ecke, die Sie heute besuchen, zeugt vom religiösen Leben jener Zeit.
Die dichteste Ansammlung von Höhlenhotels und Restaurants in Kappadokien liegt in Göreme. Am frühen Morgen aus dem Fenster zu schauen und den Himmel voller bunter Ballons zu sehen, gehört zu den größten Vorzügen eines Aufenthalts hier. Göreme blickt auf jene Täler, aus denen die berühmten Heißluftballons aufsteigen. Selbst wenn Sie nicht mitfahren, ist es unvergesslich, dieses Bild vom Balkon oder von einem Café mit Terrasse aus zu betrachten.
Ein weiterer Vorteil von Göreme ist seine Lage genau in der Mitte Kappadokiens. Von hier erreichen Sie wichtige Orte wie das Freilichtmuseum Göreme, Uçhisar, Çavuşin, Paşabağı und Zelve mühelos. Die Täler liegen in Gehweite, und mit Sammeltaxi oder Taxi sind Sie schnell dort, wo Sie hinmöchten. Diese zentrale Lage macht Göreme zu einem beliebten Standort für die Unterkunft.
Der Ort ist klein, aber lebendig. Beim Gang durch die engen Gassen sehen Sie Boutiquehotels, Kunsthandwerksläden, Cafés und Restaurants. Abends im Zentrum zu sitzen, zu essen und lokalen Wein zu probieren, ist sehr angenehm. Göreme ist der Ort, an dem der touristische Puls Kappadokiens schlägt — und bewahrt sich dennoch eine herzliche Atmosphäre.
Das Tal der Liebe

Das Tal der Liebe gehört zu den Tälern Kappadokiens mit dem schönsten Panorama. Warum es „Tal der Liebe" heißt? Weil hier häufig Heiratsanträge gemacht werden. Mit seiner romantischen Stimmung und der eindrucksvollen Aussicht haben es Paare für sich entdeckt. Mit der Zeit wurde daraus ein Brauch, und das Tal erhielt seinen Namen. Bis heute ist es ein beliebter Ort für besondere Momente.
Der bekannteste Punkt des Tals ist der Hügel der Liebenden. Er ist ein Aussichtspunkt, und die Aussicht ist tatsächlich großartig. Mit dem Fahrzeug bis tief ins Tal zu fahren, ist ziemlich schwierig, denn die Wege sind schlecht und eng. Wer auf kurzem Weg eine schöne Aussicht möchte, steigt deshalb auf den Hügel der Liebenden. Von dort überblicken Sie das ganze Tal; zum Fotografieren ist es ideal. Besonders zum Sonnenuntergang wird es voll, denn die Farben, die die Felsen dann annehmen, sind bezaubernd.
Wenn Sie an einer ATV- oder Jeep-Safari in der Gegend teilnehmen, liegt das Tal der Liebe meist auf der Route. Wer allein hinmöchte, findet so hin: Das Tal der Liebe liegt zwischen Göreme und Uçhisar. Auf dem Weg von Göreme Richtung Uçhisar biegt man an der Abzweigung Bağlıtepe ab. Nach dem Özler Art Center halten Sie sich an der Gabelung rechts Richtung Bağlıdere. Nach einer Weile wird der Weg schlechter; dort sollten Sie das Fahrzeug abstellen und zu Fuß weitergehen.
Die Gesamtstrecke des Tals beträgt etwa 4,5 bis 5 Kilometer. In normalem Tempo brauchen Sie rund eine Stunde. Unterwegs sehen Sie Feenkamine, Felsen und natürliche Formationen. Manche Abschnitte sind uneben; bequeme Schuhe sind deshalb Pflicht. Nehmen Sie Wasser mit; besonders im Sommer kann die Sonne kräftig sein. Das Tal der Liebe ist ruhig und wenig besucht — eine großartige Wahl für alle, die in der Natur wandern und fotografieren möchten.
Das Freilichtmuseum Göreme

Das Freilichtmuseum Göreme ist der wichtigste und meistbesuchte Ort Kappadokiens. Dieses Areal auf der UNESCO-Welterbeliste gilt als der erste Ort, an dem in der Zeit vom 4. bis zum 13. Jahrhundert nach Christus die klösterliche Ausbildung begann. In jenen Jahren schufen christliche Mönche, die in die Region kamen, Klosteranlagen im Inneren der Felsen. Jede Ecke, die Sie heute besuchen, zeugt vom religiösen Leben jener Zeit.
Das Museum ist eine riesige Anlage aus Kirchen, Friedhöfen, Kapellen, Speiseräumen, Kellern und Wohnbereichen. Zugänglich sind darin das Frauen- und Männerkloster, die Basilius-Kapelle, die Apfelkirche, die Barbara-Kapelle, die Katharinen-Kapelle, die Schlangenkirche, die Dunkle Kirche, die Sandalenkirche und die Tokalı-Kirche. Daneben gibt es 18 weitere Kirchen und 11 Speiseräume, die wegen Einsturzgefahr geschlossen bleiben. Was Sie sehen, ist also nur ein Teil der Anlage.
Die Fresken an den Kirchenwänden sind großartig. Szenen aus der Bibel, Heilige, Engel und Ausschnitte aus dem Leben Jesu haben ihre lebendigen Farben über Jahrhunderte bewahrt. Achtung: Im Inneren der Kirchen ist Fotografieren verboten. Diese Regel dient dem Schutz der Fresken und sollte eingehalten werden. Mit eigenen Augen zu schauen und sich zu erinnern, ist ohnehin sinnvoller.
Die Dunkle Kirche ist einer der bemerkenswertesten Bauten des Museums. Weil nur sehr wenig Licht hineinfällt, sind die Fresken unglaublich gut erhalten. Für diese Kirche ist allerdings ein zusätzlicher Eintritt fällig, und die Museumskarte gilt hier nicht. Das dient dazu, die Zahl der Besuche zu begrenzen; je weniger Menschen hineingehen, desto besser bleiben die Ikonen erhalten. Ob sich der Aufpreis lohnt? Auf jeden Fall.
Das Museum ist täglich von 08:00 bis 17:00 Uhr geöffnet. Für den Haupteingang gilt die Museumskarte. Für das gesamte Areal brauchen Sie etwa zwei Stunden, mit Blick fürs Detail auch etwas länger. Wer eine Führung möchte, findet am Eingang entsprechende Angebote; eine Führung hilft, Geschichte und Kunst der Bauten zu verstehen. Das Museum liegt sehr nah am Zentrum von Göreme und ist bequem zu Fuß erreichbar. Nach Kappadokien zu reisen, ohne das Freilichtmuseum zu sehen, wäre schade; dieser Ort ist so etwas wie das Herz der Region.
Sehenswürdigkeiten in Uçhisar
Uçhisar ist wie Göreme ein Ort im Zentralkreis von Nevşehir. Es liegt nur wenige Kilometer von Göreme entfernt; die beiden Orte sind also fast Nachbarn. Was Uçhisar besonders macht, ist vor allem die gewaltige Burg von Uçhisar, die zum Wahrzeichen der Region geworden ist. Als höchster Punkt Kappadokiens ist sie noch aus vielen Kilometern Entfernung zu sehen.
Uçhisar ist etwas ruhiger und weniger überlaufen als Göreme. Mit engen Steingassen, Boutiquehotels und Terrassenrestaurants ist es ein friedlicher Ort. Auch für die Unterkunft ist er beliebt, weil er zentral liegt und zugleich etwas abseits vom Trubel Göremes. Das Frühstück auf einer Terrasse mit Blick auf das Taubental einzunehmen, gehört zu den schönsten Momenten in Kappadokien.
Die Gegend war im Lauf der Geschichte ein strategischer Punkt. Dank ihrer Höhe eignet sie sich ideal, um das Umland zu überblicken; deshalb ist bekannt, dass die Burg militärisch und zur Verteidigung genutzt wurde. Heute zieht Uçhisar mit seinem historischen Gefüge und seiner Naturschönheit Gäste an. Die meisten Touren durch Kappadokien nehmen Uçhisar in die Route auf, weil es gut erreichbar ist und viel zu sehen bietet. Von Göreme nach Uçhisar kommen Sie mit dem Sammeltaxi oder sogar zu Fuß; so nah liegt es.
Die Burg von Uçhisar

Die Burg von Uçhisar ist der höchste Punkt Kappadokiens und das Wahrzeichen der Region. Dieser gewaltige Feenkamin, der von überall zu sehen ist, wurde aus einem natürlichen Felsen herausgearbeitet und zur Burg umgestaltet. Wenn Sie oben ankommen, empfängt Sie ein Panorama über 360 Grad. Das Göreme-Tal, die umliegenden Feenkamine, der Berg Erciyes und die einzigartige Landschaft Kappadokiens liegen vor Ihnen. Für diese Aussicht lohnt sich der Aufstieg.
Auf dem Weg nach oben sehen Sie enge Durchgänge, Treppen und in den Fels geschlagene Räume. Die Burg hat mehrere Ebenen, und mit jeder Ebene ändert sich die Aussicht. Ganz oben erwartet Sie ein atemberaubender Blick. Für Menschen mit Höhenangst kann es etwas anstrengend sein, mit Vorsicht ist der Aufstieg aber unproblematisch. An den Treppen gibt es Geländer, dennoch sollte man achtsam sein.
Die Burg von Uçhisar ist einer der legendärsten Orte Kappadokiens, um den Sonnenuntergang zu erleben. Die Farbtöne und Lichtspiele auf den Felsen, während die Sonne sinkt, sind bezaubernd. Wenn morgens Ballonfahrten stattfinden, können Sie von der Burg aus zusehen, wie die Ballons über die Täler gleiten. Früh hinaufzusteigen und den Ballons zuzusehen, ist ein ganz eigenes Erlebnis. Zum Sonnenuntergang kann es allerdings voll werden; früh da zu sein, hilft bei der Platzsuche.
Der Eintritt zur Burg ist kostenpflichtig, und Achtung: Die Museumskarte gilt hier nicht. Sie brauchen ein eigenes Ticket. Geöffnet ist meist ab etwa 08:00 Uhr, geschlossen wird gegen Sonnenuntergang. Besonders im Sommer lohnt es sich, die letzten Einlasszeiten zu prüfen. Die Burg liegt sehr nah am Ortskern von Uçhisar und ist bequem zu Fuß erreichbar. Rundherum gibt es Cafés und Restaurants; nach dem Abstieg können Sie sich dort etwas gönnen. Die Burg von Uçhisar gehört zu den Orten, die Sie auf Ihrer Reise durch Kappadokien unbedingt sehen möchten.
Das Taubental

Das Taubental verdankt seinen Namen den Taubenschlägen, die die Menschen der Gegend in die Felsen schlugen. Tauben waren damals sehr wichtig; sie wurden für die Post eingesetzt, und ihr Dung diente der Landwirtschaft. Deshalb wurden Hunderte Nischen in die Felsen gehauen, in denen die Tauben untergebracht waren. Bis heute sind die Spuren dieser Nischen an den Wänden des Tals zu sehen. Auch die Tauben leben noch hier; mit etwas Glück sehen Sie sie fliegen.
Das Taubental erstreckt sich zwischen der Burg von Uçhisar und Göreme. Es bietet eine großartige Route für Wanderungen. Trekking, Radfahren und Laufen im Tal sind hier sehr beliebt. Es gibt sogar Yogastunden; die friedliche Atmosphäre des Tals ist ideal für Meditation und Yoga. Die Wanderstrecke ist gut ausgeschildert, die Pfade sind deutlich erkennbar. Die Route ist etwa 4 bis 5 Kilometer lang und dauert in gemütlichem Tempo rund zwei Stunden.
Wie in den anderen Tälern ist auch hier die Einfahrt mit ATV- oder Jeep-Safaris nicht erlaubt. Diese Touren führen meist zu den Aussichtspunkten am Rand des Tals und bieten von dort einen Panoramablick. Der einzige Weg ins Tal hinein führt zu Fuß. Das ist für den Erhalt der natürlichen Beschaffenheit sogar gut; ohne Fahrzeugverkehr bleibt es ruhiger und unberührter.
Die Zugänge zum Tal liegen sowohl auf der Seite von Uçhisar als auch auf der von Göreme. Wo Sie auch beginnen: Entlang der Strecke sehen Sie Feenkamine, in den Fels geschlagene Taubenschläge und natürliche Formationen. Besonders im Frühling und Herbst ist das Tal sehr schön; die Vegetation ist lebendig, und das Wetter ist weder zu heiß noch zu kalt. Im Sommer brechen Sie besser früh auf, denn am Nachmittag kann die Sonne kräftig sein. Wasser, Hut und Sonnencreme gehören ins Gepäck. Das Taubental ist ein perfekter Halt für alle, die Natur und Bewegung suchen.
Sehenswürdigkeiten in Ürgüp
Der Temenni-Hügel

Ürgüp gehört zu den ersten Orten, die die historischen und landschaftlichen Schönheiten Kappadokiens bekannt gemacht haben. An der touristischen Entdeckung der Region hatte Ürgüp großen Anteil. Der Temenni-Hügel, der höchste Punkt der Stadt, ist von überall in Ürgüp zu sehen. Vom Hügel aus erkennen Sie auch den Berg Erciyes deutlich; die Aussicht ist wirklich eindrucksvoll. Wenn Sie zum Sonnenuntergang hinaufgehen, sehen Sie Kappadokien aus einem anderen Blickwinkel, während in der Stadt die Lichter angehen.
Auf dem Temenni-Hügel stehen zwei Kuppelbauten. Der rechts vom Aufgang gelegene dient als Grabmal. Menschen binden hier Tücher an, um sich etwas zu wünschen; dieser Brauch verbreitete sich mit der Zeit, und der Hügel erhielt den Namen „Temenni" (Wunsch). Bei einem Besuch sehen Sie bunte Tücher an Wänden und Zweigen. Auf dem Hügel liegt außerdem ein Grab, das dem seldschukischen Sultan Alaeddin Keykubat III. zugeschrieben wird.
Der zweite Kuppelbau auf dem Hügel ist die Tahsin-Ağa-Volksbibliothek. Auch wenn die Bibliothek inzwischen ins Ortszentrum umgezogen ist, werden in diesem historischen Gebäude weiterhin einige Werke gezeigt, und es gibt einen kleinen Leseraum. Wenn Sie schon hier sind, schauen Sie unbedingt hinein, trinken Sie einen Tee und blättern Sie in den Büchern. Der Gründer der Bibliothek, Mustafa Güzelgöz, war ein in Ürgüp geborener Pädagoge und Bibliothekar. Er baute den ersten mobilen Bibliotheksdienst der Türkei auf; für diese Pionierarbeit wurde er von US-Präsident Kennedy ausgezeichnet und 1969 in Amsterdam zum Bibliothekar des Jahres gewählt.
In der Bibliothek finden sich Handschriften und alte Drucke. Der Raum ist klein, aber sehr herzlich; zwischen den Büchern lässt sich in aller Stille Zeit verbringen. Einen Tee mit Aussicht zu trinken und in den Büchern zu blättern, ist auf eigene Weise erholsam. Der Temenni-Hügel liegt sehr nah am Zentrum von Ürgüp und ist bequem zu Fuß erreichbar. Der Zugang ist kostenlos und jederzeit möglich. Wenn Sie in Ürgüp sind, besuchen Sie diesen Hügel unbedingt; Aussicht und Kultur kommen hier zusammen.
Asmalı Konak

Asmalı Konak wurde durch eine bekannte Fernsehserie Anfang der 2000er-Jahre berühmt. Während der Ausstrahlung erhielt das Haus große Aufmerksamkeit und wurde danach von Besuchen überschwemmt. Bis heute kommen Menschen aus Nostalgie oder aus Begeisterung für die Serie hierher. Das rund 200 Jahre alte Anwesen in griechischer Bauweise gehört zu den Gebäuden, die das historische Gefüge von Ürgüp widerspiegeln.
Halten Sie Ihre Erwartungen allerdings nicht zu hoch. Der begehbare Bereich im Inneren ist recht begrenzt; die meisten Räume sind verschlossen. Auch in den ein bis zwei offenen Räumen gibt es kaum Mobiliar oder Ausstellungsstücke. Zu sehen gibt es innen also leider wenig. Sie sehen im Grunde nur das Gebäude selbst, ein weitergehendes Erlebnis wird nicht geboten. Zudem ist das Anwesen mangels Pflege in schlechtem Zustand; abgenutzte Wände, verblasste Farben und sanierungsbedürftige Bereiche fallen auf.
Wenn Sie in anderen Teilen der Türkei bereits traditionelle Herrenhäuser gesehen haben, wirkt Asmalı Konak womöglich nicht besonders. Viele historische Häuser sind deutlich besser restauriert und reich ausgestattet. Wer allein wegen Asmalı Konak nach Ürgüp kommt, könnte enttäuscht werden. Wenn Sie aber ohnehin in Ürgüp sind, viel Zeit haben, die Serie mochten oder neugierig sind, können Sie vorbeischauen. Schon das Gebäude von außen zu sehen, kann eine Erinnerung wert sein.
Das Haus liegt im Zentrum von Ürgüp und ist leicht zu erreichen. Der Eintritt ist frei, doch Sie sollten hineingehen im Wissen, dass es drinnen wenig zu sehen gibt. Nach zehn bis fünfzehn Minuten sind Sie wieder draußen. Ein Tipp: Wenn Ihre Zeit knapp ist und Sie die Liste kürzen müssen, lassen Sie Asmalı Konak aus und geben Sie anderen Orten den Vorzug.
Das Gomeda-Tal

Das Gomeda-Tal ist zwar nicht so bekannt wie das Taubental oder Kızılçukur, gehört aber zu den verborgenen Schönheiten, die darauf warten, entdeckt zu werden. Es erstreckt sich über etwa 6 Kilometer, im Anschluss folgt das Üzengi-Tal. Das auffälligste Merkmal dieses Tals sind die gewaltigen, in den Fels geschlagenen Taubenschläge. Von außen wirken sie wie eine Burg oder ein mehrstöckiges Wohnhaus. Sie sind architektonisch beeindruckend und geben zugleich Hinweise auf die Geschichte der Gegend.
In römischer Zeit war das Gomeda-Tal eine recht lebendige Siedlung. Man schätzt, dass es hier etwa 600 Häuser, 2 Kirchen, 2 Nekropolen und eine unterirdische Stadt gab. Das Tal ist also nicht nur eine natürliche Formation, sondern trägt auch die Spuren jahrtausendealten menschlichen Lebens. Beim Gehen sehen Sie die Überreste in den Fels geschlagener Häuser, Gräber und Kirchen. An manchen Stellen gibt es auch Zugänge zur unterirdischen Stadt, die aber meist geschlossen oder riskant sind.
Ins Gomeda-Tal gelangen Sie über den zu Ürgüp gehörenden Ort Mustafapaşa. Vom Cumhuriyet-Platz in Mustafapaşa beginnt der Weg ins Tal. Der Ort selbst ist einen Besuch wert; mit alten griechischen Häusern, Steingassen und einer stillen Atmosphäre ist er sehr charmant. Vor dem Weg nach Gomeda lohnt sich ein kleiner Rundgang durch Mustafapaşa, vielleicht bei einem Kaffee. Ein weiterer Zugang zum Tal führt durch das Dorf Ayvalı. Welche Route Sie auch wählen — unterwegs erwarten Sie schöne Ausblicke.
Weil das Tal wenig besucht ist, eignet es sich ideal für alle, die mit der Natur allein sein möchten. Die Wanderroute ist womöglich nicht klar markiert; eine Karte oder GPS ist deshalb hilfreich. Die Strecke ist nicht anspruchsvoll, doch bequeme Schuhe und Wasser sind Pflicht. Gomeda bietet eine ruhige Erkundung fernab des touristischen Trubels. Für alle, die nach den bekannten Orten Kappadokiens etwas anderes suchen, ist es eine großartige Wahl.
Die Drei Schönen

„Die Drei Schönen" ist der Name dreier Feenkamine, die zum Wahrzeichen Kappadokiens geworden sind. Die klassische Form des Feenkamins mit „Hut" zeigt sich hier in ihren schönsten Beispielen. Die meisten Reisenden lassen sich vor diesem Trio fotografieren; es ist das unverzichtbare Motiv der Kappadokien-Postkarten. Die drei nebeneinanderstehenden Feenkamine wirken wie ein großartiges Kunstwerk, das die Natur über Jahrmillionen geformt hat.
Zu den Drei Schönen gibt es außerdem eine schöne Sage. Der Überlieferung nach hatte der König von Kappadokien eine Tochter, und diese Prinzessin verliebte sich in einen Hirten der Gegend. Der König erlaubte die Heirat mit einem Hirten nicht, doch die Prinzessin heiratete ihren Geliebten dennoch. Das Paar bekam ein Kind, doch der König verzieh seiner Tochter trotz des Enkels nicht. Im Zorn schickte er Soldaten hinter der Familie her. Kurz bevor sie getötet werden sollten, flehte die Prinzessin zu Gott und betete darum, ihre Familie zu retten. In diesem Augenblick verwandelten sich alle drei in Stein. Dem Glauben nach steht der vorderste Feenkamin für den Hirten, der mittlere für das Kind und der hinterste für die Prinzessin. Eine romantische und traurige Geschichte; wer sie hört, betrachtet die Felsen mit anderen Augen.
Um die Drei Schönen zu sehen, fahren Sie vom Kızılçukur-Tal in Richtung Ürgüp. Am Weg liegt eine Aussichtsterrasse, von der aus Sie sie bequem sehen. Eigentlich sind sie von vielen Punkten aus sichtbar, doch von dieser Terrasse haben Sie den klarsten und nächsten Blick. Für einen kurzen Halt und ein Foto ist es ein idealer Ort. Zum Sonnenuntergang oder tagsüber wirken sie unter unterschiedlichem Licht ganz verschieden.
Die Aussichtsterrasse ist leicht erreichbar; mit dem Auto halten Sie kurz an und schauen ein paar Minuten. Auch Reisebusse halten hier meist. Weil sie nah am Zentrum von Ürgüp liegt, kommen Sie auch auf eigene Faust problemlos vorbei. Die Drei Schönen gehören zu den ikonischen Orten Kappadokiens; sie nicht gesehen zu haben, wäre schade.
Die Burg von Ortahisar

Die Burg von Ortahisar ist der größte Feenkamin der Region Kappadokien. Wie ein Schornstein Kappadokiens erhebt sie sich in ihrer ganzen Wucht mitten im Ort Ortahisar. Dieser gewaltige Felsblock, der noch aus vielen Kilometern Entfernung zu sehen ist, ist zugleich eine natürliche Formation und ein von Menschenhand geformter historischer Bau. Die hineingeschlagenen Räume, Durchgänge und Treppen wurden über Jahrhunderte von verschiedenen Kulturen genutzt.
Die Bearbeitung der Burg von Ortahisar durch Menschen reicht bis in die Zeit der Hethiter zurück. Zunächst wurde sie zum Schutz ausgehöhlt; dank ihrer Höhe war sie ideal, um das Umland zu überblicken und Angriffe abzuwehren. Mit der Zeit übernahm sie die Funktion einer starken Festung und diente in römischer, byzantinischer, seldschukischer und osmanischer Zeit als Zuflucht. Jede Kultur fügte etwas hinzu, schlug Räume und Durchgänge in den Fels. Heute sehen Sie beim Rundgang Spuren verschiedener Epochen.
Wenn Sie oben ankommen, empfängt Sie ein Panorama. Ürgüp, Avanos, Göreme und die umliegenden Täler liegen Ihnen zu Füßen. In der Ferne taucht der Berg Erciyes auf. Die Aussicht ist wirklich atemberaubend; zum Fotografieren ist es ein großartiger Ort. Zum Sonnenuntergang hinaufzusteigen, hat einen besonderen Reiz, doch zu jeder Tageszeit ist der Blick eindrucksvoll.
Beim Aufstieg müssen Sie enge und steile Treppen nutzen. Manche Abschnitte können anstrengend sein, besonders für Menschen mit Höhenangst. Wer vorsichtig und ohne Eile geht, hat jedoch keine Probleme. Die Treppen sind aus Holz oder Stein und stellenweise abgenutzt. Bequeme Schuhe sind Pflicht. Die Beleuchtung im Inneren ist begrenzt, manche Bereiche sind ziemlich dunkel.
Der Eintritt zur Burg von Ortahisar ist kostenpflichtig, und Achtung: Die Museumskarte gilt hier nicht. Sie brauchen ein eigenes Ticket. Die Burg liegt genau im Zentrum von Ortahisar und ist sehr leicht zu erreichen. Von Ürgüp sind es nur wenige Kilometer. Ortahisar ist außerdem ein stiller, authentischer Ort; nach dem Abstieg lohnt ein Spaziergang durch die engen Gassen und eine Pause in einem lokalen Café. Die Burg von Ortahisar gehört zu den eindrucksvollsten Bauwerken Kappadokiens und sollte unbedingt auf Ihrer Liste stehen.
Die unterirdischen Städte Kappadokiens
Die unterirdischen Städte gehören zu den faszinierendsten Merkmalen Kappadokiens. Über Jahrtausende hoben die Menschen der Region Zufluchtsräume unter der Erde aus, um sich vor ständigen Überfällen und Plünderungen zu schützen. Ihre Lösung bestand darin, unter ihren Dörfern ein zweites Dorf, ja eine ganze Stadt zu bauen. Von den Hethitern (1650–1200 v. Chr.) bis zu den Byzantinern führten alle Kulturen dieses System fort und bauten es aus. Aus jedem Haus führte ein Zugang nach unten; im Gefahrenfall konnten die Familien rasch hinabsteigen.
Mit der Zeit wurden diese unterirdischen Dörfer durch Tunnel miteinander verbunden und wuchsen zu gewaltigen unterirdischen Städten. Heute sind 36 davon freigelegt, doch Archäologinnen und Archäologen schätzen, dass es unter der Erde etwa 150 bis 200 solcher Städte gibt. Es warten also noch viele unterirdische Siedlungen auf ihre Entdeckung.
Das Eindrucksvollste an diesen Städten ist ihre ausgefeilte Planung. Sie verfügen über Belüftungssysteme, Brunnen, Bewässerungskanäle, Heizbereiche und Abwassersysteme. Sie waren nicht nur als Unterschlupf gedacht, sondern für ein Leben über längere Zeit. Es gibt Kirchen, Kapellen, Speiseräume, Küchen, Ställe und sogar öffentliche Einrichtungen wie ein Hospital. Die Menschen konnten hier monatelang bleiben — bis die Gefahr draußen vorüber war.
Man weiß von mindestens 150 unterirdischen Städten in Kappadokien, doch nur einige wenige sind für Besuche geöffnet. Aus Sicherheitsgründen oder weil noch keine Restaurierung erfolgt ist, bleiben die meisten geschlossen. Schon die geöffneten bieten ein eindrucksvolles Erlebnis; enge Durchgänge, niedrige Decken und labyrinthartige Korridore versetzen Sie um Jahrhunderte zurück.
Die unterirdische Stadt Derinkuyu

Derinkuyu ist eine der bekanntesten und größten unterirdischen Städte Kappadokiens. In dieser gewaltigen Anlage, die acht Ebenen in die Tiefe reicht, konnten seinerzeit schätzungsweise 50.000 Menschen zugleich leben. Man nimmt an, dass die Besiedlung bis in assyrische Zeit zurückreicht; hier liegt also eine jahrtausendealte Geschichte. Beim Rundgang staunt man, wie Menschen eine derart komplexe Anlage schaffen konnten.
Anders als andere unterirdische Städte enthält Derinkuyu religiöse Einrichtungen wie eine Missionsschule, einen Beichtraum und ein Taufbecken. Das zeigt, dass die Stadt nicht nur Zuflucht, sondern ein aktives Lebenszentrum war. Christliche Gemeinden lernten, beteten und lebten hier gemeinsam. Im Inneren sehen Sie Kirchen, Kapellen und religiöse Symbole.
Derinkuyu verdankt seinen Namen den tiefen Brunnen in seinem Inneren. Diese Schächte reichen bis zu 60 Meter hinab und dienen als natürliche Belüftung. Über sie gelangt frische Luft auf alle Ebenen; das ermöglichte es den Menschen, monatelang hier zu bleiben. Auch das Wasser stammte aus diesen Brunnen. Die Ingenieurleistung dieses Systems ist wirklich beeindruckend.
Man sagt, unter Derinkuyu gebe es 400 bis 500 weitere unterirdische Städte mit rund 600 zugehörigen Zugängen. Manche dieser Zugänge liegen bis heute in bewohnten Häusern, und die Bevölkerung nutzt Teile der unterirdischen Stadt als Lagerraum. Die unterirdische Stadt ist also nicht nur ein touristischer Ort, sondern weiterhin Teil des Alltags.
Die unterirdische Stadt Derinkuyu liegt im gleichnamigen Landkreis, 30 Kilometer vom Zentrum Nevşehirs entfernt. Die Anfahrt ist einfach, mit Sammeltaxi oder eigenem Fahrzeug. Vor Ort werden Führungen angeboten, die Guides stammen aber meist aus dem Dorf; professionelle Reiseleitungen sind es nicht. Dennoch teilen sie lokales Wissen und beantworten Fragen. Mit der Museumskarte ist der Besuch kostenlos, was ein Vorteil ist.
Im Inneren gibt es enge Durchgänge, niedrige Decken und steile Treppen. Für Menschen mit Platzangst oder Beklemmung in geschlossenen Räumen kann es schwierig sein. Auch wenn die Belüftung gut ist, sind manche Bereiche feucht und kühl. Eine leichte Jacke ist ratsam. Derinkuyu ist die eindrucksvollste unterirdische Stadt Kappadokiens; man sollte nicht abreisen, ohne sie gesehen zu haben.
Die unterirdische Stadt Özkonak

Die unterirdische Stadt Özkonak liegt 14 Kilometer von Avanos entfernt, und vier ihrer Ebenen sind zugänglich. Sie ist zwar nicht so bekannt wie Kaymaklı oder Derinkuyu, fällt aber durch eigene Besonderheiten auf. Weil darin eine hethitische Adlerskulptur gefunden wurde, nimmt man an, dass die Anlage von den Hethitern begründet wurde. Sie hat also eine mindestens 3.000 bis 4.000 Jahre alte Geschichte.
Was Özkonak von anderen unterirdischen Städten unterscheidet, sind vor allem die langen Öffnungen, die die Verständigung zwischen den Ebenen ermöglichten. Diese Öffnungen dienten als eine Art Sprechtunnel; wer auf den oberen Ebenen war, konnte seine Stimme nach unten senden. So ließ sich die Koordination zwischen den Bereichen der Stadt sicherstellen. Im Gefahrenfall konnten alle rasch informiert werden. Eine ausgesprochen praktische Lösung.
Ein weiterer interessanter Unterschied sind die Öffnungen im Tunnel hinter dem Rollstein. Sie dienten der Verteidigung. Versuchten Feinde, durch den Tunnel einzudringen, konnte man durch diese Öffnungen heißes Öl oder Flüssigkeit hinabgießen. Man verschloss also nicht nur die Tür und versteckte sich, sondern schuf einen aktiven Verteidigungsmechanismus. Militärische Überlegungen sind in der Anlage deutlich erkennbar.
Eine weitere Besonderheit von Özkonak ist die Herstellungsweise der Steintüren. In den anderen unterirdischen Städten Kappadokiens wurden die Steintüren draußen gefertigt und hineingebracht. In Özkonak dagegen wurden sie direkt im Inneren gearbeitet. Auch das zeigt einen anderen ingenieurtechnischen Ansatz. Die Türen sind rund und schwer; sie sollten Feinde am Eindringen hindern.
Der Eintritt zur unterirdischen Stadt Özkonak ist kostenpflichtig, die Museumskarte gilt. Von Avanos ist die Anfahrt einfach, mit Sammeltaxi oder eigenem Fahrzeug. Es ist weniger voll als Derinkuyu und Kaymaklı, was einen ruhigeren Rundgang ermöglicht. Im Inneren gibt es enge Durchgänge, niedrige Decken und steile Treppen. Für Menschen mit Beklemmung in geschlossenen Räumen kann es fordernd sein, insgesamt ist die Anlage aber gut beleuchtet. Selbst im Sommer ist es drinnen kühl, eine leichte Jacke ist ratsam. Weil Özkonak weniger überlaufen ist als Derinkuyu, lässt es sich entspannter erkunden. Für alle, die die unterirdischen Städte Kappadokiens erleben möchten, ist es ein großartiger Halt.
Die unterirdische Stadt Mazı

Die unterirdische Stadt Mazı liegt 18 Kilometer von Ürgüp entfernt und hat acht Ebenen. Ihre Kapazität wird auf etwa 6.000 Menschen geschätzt. Diese Anlage, die in der Antike Mataza hieß, hat vier getrennte Zugänge an verschiedenen Stellen. Dieses Mehrfachzugangssystem bot Vorteile für die Sicherheit und für den schnellen Zugang aus verschiedenen Richtungen.
Was Mazı von anderen unterirdischen Städten unterscheidet, ist vor allem die prächtige Kirche in ihrem Inneren. Sie ist größer und detaillierter gearbeitet als die üblichen Kirchen in unterirdischen Städten. An den Wänden sind Spuren und architektonische Details noch erkennbar. Der Bau zeigt eindrücklich, dass die Stadt ein Zentrum religiösen Lebens war.
Auf dem Dach der unterirdischen Stadt liegen Gräber. Dieser Bereich diente als Nekropole; die Bewohnerinnen und Bewohner bestatteten hier ihre Toten. Wenn Sie die Gräber sehen möchten, sagen Sie es dem Personal am Eingang. Man erklärt Ihnen, wo Sie hinausgehen müssen, und Sie gelangen aufs Dach. Der Friedhof liegt unter freiem Himmel oberhalb der unterirdischen Stadt.
Der Eintritt zur unterirdischen Stadt Mazı ist mit der Museumskarte kostenlos. Außerdem bietet das Personal auf Wunsch eine kostenlose Führung an. Es sind keine professionellen Reiseleitungen, doch sie teilen lokales Wissen und beantworten Ihre Fragen. Das hilft besonders allen, die zum ersten Mal eine unterirdische Stadt besuchen.
Weil Mazı nicht so bekannt ist wie Derinkuyu und Kaymaklı, ist es meist weniger voll. Für alle, die in Ruhe erkunden möchten, ist es ideal. Im Inneren gibt es enge Durchgänge, niedrige Decken und Treppen; bequeme Schuhe sind wichtig. Die Beleuchtung ist gut, die Umgebung feucht und kühl. Von Ürgüp ist die Anfahrt einfach, mit Taxi oder eigenem Fahrzeug. Mazı gehört zu den weniger bekannten unterirdischen Städten Kappadokiens und lohnt die Entdeckung.
Die unterirdische Stadt Kaymaklı

Die unterirdische Stadt Kaymaklı liegt im gleichnamigen Ort, 20 Kilometer von Nevşehir entfernt. Auch wenn sie nur halb so groß ist wie Derinkuyu, gilt sie als eine der wichtigsten unterirdischen Städte Kappadokiens. Ihre Kapazität liegt bei etwa 5.000 Menschen, und man nimmt an, dass ihre Geschichte bis in die Zeit der Phryger zurückreicht. Hier liegt also eine mindestens 2.800 Jahre alte Vergangenheit.
Kaymaklı hat acht Ebenen, von denen nur vier zugänglich sind. Die übrigen bleiben aus Sicherheitsgründen oder wegen fehlender Restaurierung geschlossen. Doch schon die vier offenen Ebenen erzählen viel über das Leben unter der Erde. Die erste, also oberste Ebene stammt aus der Frühzeit und ist der älteste Teil der ursprünglichen Anlage. Je tiefer Sie kommen, desto mehr später hinzugefügte Bereiche sehen Sie.
In Kaymaklı finden sich Wohnbereiche, Küchen, Speiseräume, Keller, Ställe und Kirchen. Belüftungsschächte, Brunnen und das System der runden Steintüren sind hoch entwickelt. Besonders die Steintüren fallen auf; bei einem Angriff wurden sie geschlossen und von innen verriegelt. Sie sind so schwer, dass sie sich von außen praktisch nicht öffnen lassen.
Eine weitere Besonderheit ist, dass Kaymaklı über unterirdische Tunnel mit Derinkuyu verbunden ist. Zwischen beiden Städten gibt es also einen verborgenen Durchgang. Dieser Tunnel ist 9 Kilometer lang, heute aber für Besuche geschlossen. Diese Verbindung zeigt, wie umfassend das Netz der unterirdischen Städte in der Region war.
Der Eintritt zur unterirdischen Stadt Kaymaklı ist kostenpflichtig, die Museumskarte gilt. Von Nevşehir aus erreichen Sie sie leicht mit Sammeltaxi oder eigenem Fahrzeug. Im Inneren gibt es enge Durchgänge, niedrige Decken und steile Treppen. Für Menschen mit Beklemmung in geschlossenen Räumen kann es fordernd sein, insgesamt ist die Anlage aber gut beleuchtet. Selbst im Sommer ist es drinnen kühl, eine leichte Jacke ist ratsam. Weil Kaymaklı weniger überlaufen ist als Derinkuyu, lässt es sich entspannter erkunden. Für alle, die die unterirdischen Städte Kappadokiens erleben möchten, ist es ein großartiger Halt.
Die unterirdische Stadt Tatlarin

Die unterirdische Stadt Tatlarin liegt 10 Kilometer vom Landkreis Acıgöl in Nevşehir entfernt. Zwei ihrer Ebenen sind zugänglich, und sie unterscheidet sich durch einige interessante Merkmale von den anderen. Am auffälligsten ist, dass sie über Toiletten verfügt. In anderen unterirdischen Städten fehlen sanitäre Anlagen entweder ganz oder sind sehr einfach; in Tatlarin dagegen wurde ein entwickelteres Hygienesystem eingerichtet. Das zeigt, dass das Leben hier über längere Zeit besser organisiert war.
Eine weitere Besonderheit von Tatlarin ist, dass es geräumiger ist als die anderen unterirdischen Städte. Es enthält mehr als eine Kirche sowie große Vorratsräume. Diese Merkmale deuten darauf hin, dass es sich nicht nur um eine Zuflucht, sondern womöglich um eine Klosteranlage handelte. Mönche könnten hier gemeinsam gelebt, gebetet und den Klosterbetrieb geführt haben. Die weiten Räume bieten gute Voraussetzungen für ein Gemeinschaftsleben.
An den Wänden der Kirchen sind Freskenreste und religiöse Symbole zu sehen. Die Größe der Vorratsräume zeigt, dass hier beträchtliche Mengen an Lebensmitteln gelagert wurden. Auch Speiseräume und Küchenbereiche sind recht groß. In Tatlarin wurde der Alltag nicht nur bewältigt, sondern organisiert.
Der Eintritt zur unterirdischen Stadt Tatlarin ist frei. Für budgetbewusste Reisende ist das ein schöner Vorteil. Dass kein Eintritt erhoben wird, kann allerdings zu Lücken bei Pflege und Restaurierung führen. Die Grundstruktur ist dennoch gut erkennbar, und ein Besuch lohnt sich. Von Acıgöl ist die Anfahrt einfach, mit Sammeltaxi oder eigenem Fahrzeug.
Die Beleuchtung im Inneren kann begrenzt sein; eine Taschenlampe oder das Handylicht ist hilfreich. Es gibt enge Durchgänge und niedrige Decken, insgesamt ist die Anlage aber etwas großzügiger als andere unterirdische Städte. Tatlarin bietet ein ruhiges, wenig überlaufenes Erlebnis. Für alle, die die weniger bekannten unterirdischen Städte Kappadokiens entdecken möchten, ist es eine schöne Wahl.


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